Fachwissen

Über die BImSchV.: lassen Sie sich nicht verrückt machen.

Die im Volksmund sogenannte Feinstaubverordnung für Öfen 1. BImSchV. ist seit 2010 in Kraft und seit dem 1.1.2015 gilt die 2. Stufe mit verschärften Grenzwerten. Dabei sind in den letzter Zeit etliche falsche Presseberichte erschienen, sogar vom Bundesumweltamt, welche viele Ofennnutzer verunsichert haben. Im Prinzip ist das aber alles gar nicht so aufregend, sondern ganz einfach.

Alle unsere Öfen erfüllen die aktuelle Norm

Neu zu errichtende Öfen, egal ob mit neuer oder antiker Kachelware, werden mit einem typgeprüften Brennraum im Inneren aufgebaut. Zum Beispiel der "SWEDISHCLASSICS ECO", der nach dem Prinzip des UmweltPlus-Brennraums des Österreichischen Kachelofenverbandes konstruiert ist. Ziel der Entwicklung war, eine möglichst saubere und effiziente Verbrennung zu erreichen. Generell bieten wir unseren Kunden nur Öfen mit typgeprüften Brennräumen an, die ihre Umweltfreundlichkeit gemäß BImSchV. Stufe 2  nachgewiesen haben. Das ist seit 2016 Standard im Ofenbaufachhandwerk. In Deutschland dürfen gar keine Öfen mehr ohne Einhaltung der Emmissionsgrenzwerte der BImSchV. Stufe 2 in Betrieb genommen werden.

Bestehende Feuerungsanlagen müssen entweder über eine Typprüfung verfügen, zu erkennen am Typenschild mit einer EN-Nummer einem CE-Zeichen oder einem Ü-Zeichen des Deutschen Instituts für Bau und Normentechnik DIBT, oder sind sowieso nicht davon betroffen. Wie zum Beispiel alle alten antiken Öfen, die 50 Jahre und älter sind oder z.B. als Kachelofen vor dem 31.12.2014 an Ort und Stelle errichtet wurden. In Österreich sind übrigens auch alte Kachelöfen nach dem Neuaufbau an anderer Stelle von der dortigen vergleichbaren Reglementierung 15a befreit. In Deutschland muss der alte Kachelofen nach dem Neuaufbau an anderer Stelle die Norm der 1. BImSchV. Stufe 2 erfüllen.

Zusätzlich sind für Hersteller Ende 2025 mit der EN 16510 neue EU Prüfnormen in Kraft getreten. Darin geht es im Wesentlichen um neue Definitionen für Brandschutzabstände. Die in der EN 16510 definierten Schwellen für Schadstoffnormen haben Öfen in Deutschland sowieso vorher schon eingehalten. Öfen, die neu in der Handelsverkehr gebracht werden, also praktisch alle Öfen die ab 2026 neu entwickelt und dann hergestellt werden, müssen künftig nach der neuen Prüfnorm auf dem Prüfstand typgeprüft werden. Die neue Norm für neu in Verkehr gebrachte Öfen hebt nicht die Gültigkeit für früher nach anderen Normen geprüfte Öfen auf. Die früher nach anderen Normen geprüften Öfen dürfen nach wie vor unbegrenzt eingebaut werden.

Warum nicht einfach mal messen?

Bei allen Öfen wird in der Regel eine EN-Nummer mit einer nachgewiesenen Prüfung in einer Prüfanstalt nach EN 16510 oder EN 13229, EN 13240 oder EN 15250 angebracht sein. Auch ein CE Zeichen ist oft ein solcher Hinweis. Wenn Ihr Ofen das alles nicht hat, heisst das aber noch lange nicht, dass Sie ihn ausser Betrieb nehmen müssen, nur weil jemand das einfach so dahinsagt. Wenden Sie sich an den Hersteller, ob es ein gültiges Prüfzertifikat für Ihren Ofen gibt. Oder schauen Sie in der HKI Ofendatenbank, ob Ihr Ofen dort eingetragen ist. Es sind dort aber nicht alle gültigen Öfen registriert, weil die Hersteller dafür Gebühren zahlen müssen. Sollten Sie gar keinen Nachweis finden, so kann der Schornsteinfeger immer noch eine Einzelmessung vornehmen. 

Und wichtig, falls Ihr Schornsteinfeger mehr als einmal messen will: Eine Einzelraumfeuerstätte muss niemals wiederkehrend gemessen werden, wenn das Haus noch über eine andere Heizung verfügt.

Sollte dann in Zukunft Ihr Ofen bei so einer Messung durchfallen, (nebenbei gesagt gibt es so viel falsch zu machen bei dieser Messung, dass es ein Wunder ist, wenn bei ein und demselben Ofen immer das Gleiche gemessen wird. Das fängt schon damit an, wie das Holz in den Ofen gelegt wird, oder ob der Holzstapel von oben oder unten entzündet wird.) so müssen Sie ihn noch immer nicht stilllegen.

Feinstaubfilter eine günstige Alternative

Es gibt bereits Feinstaubfiltersysteme, die ins Ofenrohr geschoben oder in den Schornstein gehängt werden. Bei Preisen zwischen 900-1400 EUR ist das immer noch viel günstiger, als einen neuen Ofen zu kaufen, wenn Ihr alter Ofen ansonsten in tadellosem Zustand ist.

Messungen an antiken schwedischen Kachelöfen haben übrigens ergeben, dass diese in der Regel die Werte auf Anhieb erfüllen. Ganz ohne Filter.

 

Und dann gibt es zwei Ausnahmesituationen, wo Sie das alles gar nicht berücksichtigen müssen:

a) der alte Ofen ist die einzige Heizquelle_Kochstelle in Ihrem Haus. (keine andere Heizung)

b) Sie haben einen offenen Kamin (ganz offen ohne Scheibe) zur gelegentlichen Benutzung OHNE Kassette und ohne Scheibe.

In diesen beiden Fällen dürfen Sie Ihre Feuerstellen einfach weiter betreiben.

 

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